Krypto fällt nicht immer in einem einzigen dramatischen Schlag. Manchmal passiert der Schaden langsam. Ein Projekt startet mit großem Hype, starker Finanzierung und großen Versprechen, dann verblasst es im Laufe der Zeit einfach.
Die Entwicklung verlangsamt sich, die Nutzer ziehen weiter, die Liquidität trocknet aus, und der Token verliert weiter an Wert. Das nennen viele Händler jetzt den „langsamen Rug“-Zyklus.
Ein Tweet von Erequendi löste diese Woche eine Debatte aus, indem er Dutzende einst beliebter Altcoins auflistete, die seiner Ansicht nach zurückgelassen wurden. Der größere Punkt ging jedoch nicht nur um einzelne Namen.
Es ging darum, wie häufig dieses Muster im Markt geworden ist, besonders nachdem jede Bullenphase viel mehr Projekte schafft, als der Markt tatsächlich tragen kann. Bis 2026 ist dies eines der größten Risiken bei Altcoins.
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Der Altcoin-Markt hat ein Friedhofsproblem
Der „Langsame Rug“ ist nicht immer Betrug
Warnzeichen für 2026
Braucht Krypto wirklich so viele Altcoins?
Jede Zyklus bringt neue Gewinner hervor, aber er hinterlässt auch einen langen Friedhof von Projekten, die sich nie erholen.
Viele Altcoins scheinen während des Bullenmarkts unaufhaltsam. Sie sind überall im Trend, werden schnell gelistet und ziehen schnell Retail-Geld an. Aber sobald der Zyklus abkühlt, kämpfen die meisten damit, echte Nutzer oder echte Nachfrage zu halten.
Einige stürzen nicht sofort ab. Sie verlieren einfach langsam an Relevanz. Das macht den langsamen Rug so gefährlich. Es gibt keinen einzelnen Zusammenbruchsmoment. Der Token driftet Monat für Monat nach unten, während das Interesse verschwindet.
Das ist noch wichtiger, weil die Performance von Altcoins in Wellen erfolgt. Der CMC Altcoin Season Index ist eine Möglichkeit, diese Rotation zu verfolgen. Wenn 75 % der Top 100 Coins Bitcoin in den letzten 90 Tagen übertreffen, befindet sich der Markt offiziell in Altcoin-Saison.
Stablecoins wie USDT und DAI sind nicht enthalten, ebenso wenig wie asset-gestützte Tokens wie WBTC, stETH und cLINK.
Der Index ist nützlich, weil er zeigt, wann Kapital breit in Altcoins fließt, aber er zeigt auch die harte Wahrheit: Die meisten Altcoins übertreffen Bitcoin nicht lange, und viele kehren nie zu ihren alten Höchstständen zurück.
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Nicht jedes kämpfende Projekt ist Betrug. In vielen Fällen sind die Teams echt und die Technik funktioniert.
Das Problem ist, dass Krypto sich schnell bewegt, Narrative sich rasch drehen, und Infrastruktur allein garantiert keine langfristige Token-Nachfrage.
Einige Projekte scheitern, weil der Token keinen klaren Wertschöpfungskanal hat. Andere verblassen, weil Wettbewerber einfach schneller sind. Das Endergebnis sieht gleich aus: geringere Aktivität, schwächere Liquidität und ein Token, der weiter sinkt.
Dieses Muster hat sich in verschiedenen Teilen des Marktes gezeigt.
Zum Beispiel haben Layer-2-Ökosysteme wie Starknet und zkSync ernsthafte Technologie geliefert, aber ihre Tokens standen dennoch unter starkem Druck, weil die Inhaber oft keinen direkten Wertzuwachs sehen. Das Netzwerk wächst, doch der Token hat Schwierigkeiten, davon zu profitieren.
Ältere Zyklus-Giganten wie Algorand, EOS und Tezos zeigen eine andere Seite des Problems. Diese waren einst große Namen, aber im Laufe der Zeit verschob sich die Entwickleraufmerksamkeit und Liquidität anderswo, sodass die Preise weit unter ihren Höchstständen liegen.
Sogar neuere Layer-1-Blockchains wie Aptos und NEAR kämpfen mit derselben Herausforderung: Eine starke Infrastruktur reicht nicht aus, wenn Adoption, Anreize und Nachfrage nicht nachhaltig zusammenpassen.
Dann gibt es extreme Fälle wie Luna, die eine Erinnerung daran sind, dass das Vertrauen im Krypto fast unmöglich wiederherzustellen ist, wenn es einmal gebrochen ist.
Der Schluss ist nicht, dass jedes kämpfende Token zum Scheitern verurteilt ist. Es ist, dass Hype schnell verblasst, und ohne klare Nutzbarkeit oder dauerhafte Nachfrage können selbst bekannte Projekte in den langsamen Rug-Zyklus geraten.
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Der langsame Rug-Zyklus hinterlässt meist Hinweise.
Projekte werden riskant, wenn die Aktivität des Projekts ständig abnimmt, die Entwicklungsgeschwindigkeit sich verlangsamt, Token-Unlocks in Form von Tokens bleiben und die Governance keinen echten Mehrwert für die Inhaber bietet.
Wenn das gesamte Ökosystem von Emissionen, kurzfristigem Farming oder narrativem Hype abhängt, kann die negative Seite davon Jahre andauern.
Das Jahr 2026 wird die Aufmerksamkeit noch schneller verschieben als die vorherigen Zyklen. Projekte, die zu lange stocken, könnten dauerhaft zurückgelassen werden.
Das ist die unbequeme Frage, die im Tweet aufgeworfen wird.
Krypto braucht wahrscheinlich nicht Hunderte von fast identischen Chains, Rollups und Tokens, die alle um die gleichen Nutzer konkurrieren. Die meisten werden langfristig nicht überleben.
Die nächste Altcoin-Saison wird weiterhin große Gewinner hervorbringen, aber sie wird auch offenbaren, wie viele Projekte nur für den Hype gebaut wurden, anstatt für nachhaltige Stärke.
Der langsame Rug-Zyklus ist eine der häufigsten Arten, wie Menschen in Krypto Geld verlieren. Nicht durch Ein-Tages-Collapses, sondern durch jahrelanges Halten von Tokens, die nie wieder Aufmerksamkeit gewinnen.
Altcoin-Saison wird wiederkommen, aber 2026 wird auch eine Sortierungsphase sein. Die Projekte, die weiter liefern, Nutzer behalten und echte Nachfrage aufbauen, werden hervorstechen. Der Rest wird still und leise in den Hintergrund treten, wie so viele Zyklen zuvor.