Im Jahr 2026 zu Beginn signalisiert die US-amerikanische Krypto-Regulierung erneut klare Hinweise. Der US-Senat veröffentlichte kürzlich eine aktualisierte Version des Gesetzesentwurfs zur Struktur des digitalen Vermögenswertemarktes, in dem klare Grenzen für die Belohnungsmechanismen von Stablecoins gezogen werden: Gewinne, die ausschließlich durch das Halten von Stablecoin-Guthaben aufgrund von Passivität erzielt werden, werden verboten, während Anreize, die mit tatsächlichen Nutzungsaktivitäten verbunden sind, weiterhin erlaubt sind. Diese Stellungnahme wird als ein entscheidender Wendepunkt im Rahmen der Stablecoin-Regulierung angesehen.
Der Entwurf wurde vom Vorsitzenden des Bankenausschusses des Senats, Tim Scott, veröffentlicht und wird als „verhandelte Marktstrukturgesetzgebung“ bezeichnet. Das Dokument wird am kommenden Donnerstag dem Ausschuss zur Prüfung vorgelegt, mit dem Ziel, eines der kontroversesten Themen zwischen der Krypto-Branche und dem Bankensystem zu klären. In den vergangenen Wochen haben beide Seiten intensiv über die Einkommensattribute von Stablecoins gestritten.
Laut dem neuesten Text dürfen digitale Vermögensdienstleister keinen Zins oder passive Einkünfte in jeglicher Form an Nutzer zahlen, die nur Zahlungsstabilecoins halten. Wenn die Belohnungen jedoch direkt mit Transaktionen, Staking, Liquiditätsbereitstellung, Sicherheiten oder anderen On-Chain-Aktivitäten verbunden sind, fallen sie nicht unter das Verbot. Das bedeutet, dass das Modell „Konto bleibt passiv und generiert Erträge“ ausdrücklich vom Regulierungsrahmen ausgeschlossen wird.
Diese Anpassung stammt von einem Kompromissvorschlag der demokratischen Senatorin Angela Alsobrooks. Sie befürwortet, Plattformen Anreize für bestimmte Aktivitäten zu gewähren, aber Stablecoin-Guthaben selbst nicht mit Bankeinlagen gleichzusetzen. Dieser Ansatz wurde bereits in der Version des Gesetzesentwurfs des Bankenausschusses aufgenommen.
Insgesamt ist das Thema der Belohnungen für Stablecoins zu einem zentralen Element im Wettbewerb innerhalb des US-Finanzsystems geworden. Die Bankenverbände argumentieren, dass das im Jahr 2025 verabschiedete „GENIUS-Gesetz“ zwar die direkte Zahlung von Zinsen durch Emittenten verbietet, aber keinen Raum für Drittanbieter-Plattformen schließt, die ähnliche Renditen bieten, was potenziell neue Liquiditätsrisiken hervorrufen könnte. Krypto-Unternehmen kontern, dass dies ein Versuch der Banken sei, unter dem Deckmantel der Regulierung Innovationen einzuschränken.
Einige Branchenstimmen haben bereits öffentlich Bedenken geäußert. Die größte US-amerikanische Krypto-Compliance-CEX warnte kürzlich, dass eine weitere Verschärfung der Belohnungsregelungen, die über die reine Informationspflicht hinausgeht, ihre Unterstützung für den Gesetzesentwurf zum Struktur des Marktes möglicherweise überdenken könnte.
Neben den Stablecoin-Klauseln hat der neue Entwurf auch die parteiübergreifenden Vorschläge von Cynthia Lummis und Ron Wyden aufgenommen, die klarstellen, dass Softwareentwickler und Infrastruktur-Anbieter nicht als Finanzintermediäre gelten, nur weil sie Code schreiben oder warten. Dies wird als ein Schutzmechanismus für DeFi und die Open-Source-Ökosysteme betrachtet.
Im Gesetzgebungsprozess gilt diese Revision als ein wichtiger Schritt, um den Gesetzesentwurf in die substantielle Prüfung zu führen. Zukünftig müssen die Versionen des Senatsausschusses für Banken und Landwirtschaft noch abgestimmt und mit dem bereits vom Repräsentantenhaus verabschiedeten „Gesetz zur Transparenz des digitalen Vermögenswertemarktes“ integriert werden. Der endgültige Text muss noch von beiden Kammern des Kongresses verabschiedet und vom Präsidenten unterzeichnet werden, um rechtskräftig zu werden.
Die Haltung der USA gegenüber den Einkommensmodellen von Stablecoins entwickelt sich von vagen zu präziseren Regulierungen, was tiefgreifende Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Nutzerverhalten sowie den Wettbewerb zwischen traditionellem Finanzwesen und der Krypto-Branche haben könnte.